Nachhaltige Altreifenentsorgung

Nachhaltige Altreifenentsorgung . Reifen auf der grünen WieseGummi geben für die Zukunft

Die umweltfreundliche Altreifenentsorgung ist eine nicht zu unterschätzende ökologische Herausforderung. Jedes Jahr fallen 600.000 Tonnen Altreifen an: Nimmt man ein Durchschnittsgewicht von 10 kg pro Reifen an, sind das annähernd 60 Millionen Reifen, die entsorgt werden müssen, wenn der Berg nicht irgendwann ins unendliche wächst.

Verschiedene Möglichkeiten der Aufbereitung und Entsorgung

Zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem wachsenden Problem Herr zu werden. So können Reifen mit wenig Profil in Länder exportiert werden, in denen weniger strenge Regelungen herrschen oder Fahrzeuge aufgrund des schlechten Zustands der Straßen sowieso nur mit geringer Geschwindigkeit unterwegs sind. Sie werden dort einfach weiter genutzt. Abgefahrene Reifen, aber ansonsten interaktive Reifen, gehen in die Runderneuerung. Der Anteil der runderneuerten Pkw-Sommerreifen in Deutschland beträgt ca. 10% – bei den Winterreifen beträgt der Anteil sogar 20%. Die runderneuerten Lkw-Reifen in Deutschland machen ca. die Hälfte des Lkw-Reifenersatzmarktes aus. Pro Jahr werden im ganzen EU-Raum mehr als 15 Mio. Lkw-und Busreifen eingesetzt. Davon sind etwa 8 Mio. Neureifen und mehr als 6 Mio. Stück Runderneuerte. Reifen, die in keine dieser Kategorien fallen, werden entweder thermisch entsorgt, also für den Energiegewinn industriell verbrannt, oder aber zu Gummimehl und -granulat verarbeitet, einem ungeheuer vielseitigen Werkstoff, für den immer neue Anwendungsbereiche gefunden werden.

Know-how ist unentbehrlich

Um die Altreifen ihrer jeweiligen neuen Bestimmung zuzuführen, müssen sie in den zuständigen Entsorgungsbetrieben zunächst genau begutachtet und sortiert werden: eine verantwortungsvolle Aufgabe und Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Entsorgung oder ressourcenschonende Wiederaufbereitung. Aber auch für die anschließende Verarbeitung zu Gummimehl sind technisches Know-how und die entsprechenden Anlagen nötig. Reifen bestehen nicht nur aus Gummi, sondern auch aus Metall und Textilfasern. Bevor das Gummi gemahlen werden kann, müssen diese Wertstoffe voneinander getrennt werden. Erst danach wird es, je nach späterem Verwendungszweck, zu grobem Granulat oder zu feinem Mehl verarbeitet.

Gummimehl: Werkstoff mit Zukunft

Gummimehl wird heute u. a. im Straßenbau eingesetzt, wo er als Asphaltbeimischung für höhere Stabilität und Flexibilität sorgt. Auf Sport- und Spielplätzen kommt das weiche Material bei der Gestaltung von federnden, gelenkschonenden Laufbahnen oder als Fallschutz zum Einsatz. Außerdem wird es zur Produktion von Dichtungen, Ummantelungen, Klebemitteln, Füllstoffen und sogar Schuhsohlen verwendet. Weitere Einsatzgebiete werden erprobt: So hofft man etwa, den Werkstoff zukünftig bei der Konstruktion von Wasserfiltern nutzen zu können. Wer weiß, wozu ausgediente Reifen irgendwann noch gut sein können? Voraussetzung, dieses verborgene Potenzial in Zukunft nutzen zu können, ist die fachgerechte Altreifenentsorgung.