Altreifenverwertung in Deutschland

Altreifenverwertung in Deutschland 2018 (Tonnage) Stand Juli 2019

Stoffliche Verwertung von Altreifen steigt weiter

Das stoffliche Recycling von Altreifen hat weiter zugenommen, während die thermische Verwertung weiter rückläufig ist. Wie der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) in Frankfurt am Main mitteilte, lag die Gesamtmenge an Altreifen 2018 insgesamt bei 583.000 Tonnen. Das ist geringfügig weniger als im Vorjahr.

Altreifen-Verwertungswege
„Damit bestätigt sich der Trend zu langlebigeren Reifen“, erklärte der Technische Geschäftsführer des wdk, Stephan Rau. „Obwohl die Zulassungszahlen immer weiter ansteigen, bleibt die Menge an Altreifen praktisch konstant.“ Er verwies darauf, dass die Gummi-Industrie nunmehr seit fast 20 Jahren die Altreifenmenge erfasse und damit zeige, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sei.

Erstmalig veröffentlichte der wdk auch die Trends bei der Verwertung von Altreifen. Demnach hat das stoffliche Recycling im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 um drei Prozent zugenommen. Dagegen ist die thermische Verwertung, die als Verbrennung in der Zementindustrie stattfindet, weiter rückläufig (minus 2,5 Prozent). Die thermische Nutzung von Altreifen habe eine hohe Bedeutung in der Zementindustrie und sei dort auch ökologisch und ökonomisch sinnvoll, erläuterte Rau: „Altreifen bestehen zu etwa einem Dreiviertel aus einer brennbaren Fraktion, die energetisch genutzt wird. Der übrige Teil enthält stoffliche Ressourcen, die essentielle Bestandteile des Zementklinkers sind, so dass Altreifen bei der Zementproduktion vollständig und reststofffrei verwertet werden können.“ Denn nicht alle Reifen können dem stofflichen Recycling zugeführt werden.

Während von den im Jahr 2018 angefallenen Altreifen knapp 34 Prozent (196.000 Tonnen) auf diese Weise verwertet wurden, liegt die Rate der stofflichen Verwertung mittlerweile bei gut 66 Prozent. Der größte Anteil hiervon (236.000 Tonnen) wurde zu Granulaten und Gummimehl verarbeitet. Weitere wichtige Formen der stofflichen Altreifenverwertung sind unter anderem die Wiederverwendung von Karkassen (27.000 Tonnen) und der Export von runderneuerten Reifen (49.000 Tonnen).

Aus den Sekundärrohstoffen Granulat und Gummimehl stellen europäische und vor allem deutsche Hersteller technisch hochwertige Produkte her. „Das Beispiel der stofflichen Verwertung von Altreifen zeigt, wie eine Kreislaufwirtschaft funktionieren kann. Mit der Wiederverwertung leisten die Unternehmen ein wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit.“ Deshalb sei es kontraproduktiv, Produkte aus recycelten Altreifen ohne belastbare Faktenbasis pauschal zu verurteilen, betonte Rau und verwies auf die jüngste Diskussion über Kunstrasensportplätze nach Veröffentlichung einer Studie. Die darin genannten Angaben über die Austragung kleiner Granulatkügelchen in die Umwelt seien fehlerhaft. So habe bereits der zuständige DIN-Normenausschuss darauf hingewiesen, dass die Datenbasis dieser Untersuchung falsch sei. Der Technische Geschäftsführer des wdk warnte deshalb vor einer pauschalen Verurteilung von Recyclingprodukten aus Altreifen ohne solide Grundlage. Erforderlich sei vielmehr eine Förderung der Kreislaufwirtschaft, wie sie auch im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vereinbart wurde.

Verantwortlich:
Dr. Christoph Sokolowski
wdk e.V. • Unter den Linden 26 • 10117 Berlin
Tel. 030 726216-120
c.sokolowski@wdk.de • www.wdk.de

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Quelle: Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk)

 

Altreifenverwertung in Deutschland 2017 (Tonnage) Stand Juli 2018

Altreifenverwertung in Deutschland Stand Juli 2018

Altreifenmenge in Deutschland stabil – Kautschukindustrie: Recycling von Altreifen muss politisch stärker unterstützt werden!

25. Juli 2018 – wdk Pressedienst
Das Altreifenaufkommen in Deutschland ist stabil geblieben. Trotz eines kontinuierlich steigenden Fahrzeugbestands hat sie sich bei rund 580 000 Tonnen im Jahr eingependelt, teilte der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) in Frankfurt am Main mit.

Die Gesamtmenge an Altreifen lag 2017 bei 584 000 Tonnen bei einem gleichzeitigen Plus von 2,7 Prozent bei den Neuzulassungen von Fahrzeugen. Der größte Teil (229 000 Tonnen) davon wurde zu Granulaten und Gummimehl verarbeitet, aus denen wiederum vielfältige und hochwertige Produkte wie etwa Dämmmatten, Sportböden oder Kunstrasenplätze hergestellt werden. 201 000 Tonnen Altreifen gingen als Grundstoff an die Zementindustrie.

Anlässlich der Bekanntgabe der aktuellen GAVS-Altreifenzahlen mahnte der Technische Geschäftsführer des wdk, Stephan Rau, die Umsetzung des Koalitionsvertrags an. Darin haben sich Union und SPD verständigt, die Recyclingpotenziale relevanter Abfallströme – wie die von Altreifen – verstärkt nutzen zu wollen. Doch diesen Worten seien bislang keine Taten gefolgt, so Rau: „Die Realität sieht leider anders aus. Immer mehr Verwertungswege und Anwendungsmöglichkeiten für hochwertige Produkte aus dem Sekundärrohstoff Alt-reifen werden geschlossen. Durch Unwissen und falsche Analysemethoden werden Produkte aus Altreifen praktisch diskriminiert. Hier muss die Bundesregierung dringend gegensteuern und den Markt für solche Re-cyclingprodukte erhalten.“

Eine geeignete Maßnahme wäre die Einsetzung eines Bundesbeauftragten für Rohstoffe, den der wdk bereits seit längerem fordert. Dieser könne sich auch dafür einsetzen, dass der Reichtum an Sekundärrohstoffen in Deutschland besser genutzt wird und das Altrei-fenrecycling eine Erfolgsstory bleibt.

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) ist die Spitzenorganisation der deutschen Hersteller von Bereifungen und Technischen Elastomer-Erzeugnissen. Er vertritt gut 160 Unternehmen mit rund 75.000 Beschäftigten und einem Gesamtjahresumsatz von mehr als elf Milliarden Euro.

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Quelle: Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk)

 

Im Vergleich dazu – Altreifenverwertung in Deutschland 2016 (Tonnage) Stand Juli 2017
Altreifenverwertung in Deutschland Stand Juli 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Gummibereifung