Reifen-Runderneuerung

Die Runderneuerung ist eine wichtige Form der nachhaltigen Altreifenverwertung. Bei der Runderneuerung wird ein großer Teil des abgefahrenen Reifens wiederverwendet: Die Karkasse, der Unterbau des Reifens, bleibt bestehen und bildet die Basis für die Runderneuerung. Nur die abgenutzte Lauffläche des Altreifens wird abgeschält und erneuert. Bei dieser Methode spart man pro Reifen bis zu 70 % Energie im Vergleich zu der Produktion eines Neureifens Jährlich werden in der EU durch Runderneuerungen ca. 600.000 Tonnen Rohöl eingespart. 80 % des Altreifens sind in der Regel noch verwendbar und es werden keine Materialien zur Herstellung neuer Karkassen benötigt. Runderneuerte Reifen erzielen dennoch etwa dieselbe Kilometerleistung wie Neureifen. Durch die Nutzung einer vorhandenen Karkasse kostet ein runderneuerter Reifen zudem etwa 50 % weniger. Runderneuerte Reifen sind damit eine ökologische und preisgünstige Alternative zu Neureifen.

Bei der Runderneuerung gelten bestimmte Voraussetzungen für Altreifen: Jeder Pkw-Reifen darf nur einmal runderneuert werden. Bei Lkw- und Flugzeug-Reifen ist das anders – sie können mehrmals runderneuert werden. Außerdem gilt die ECE R 108, eine EU-Regelung, die allgemeine Anforderungen an die Runderneuerung von Reifen definiert. Die ECE R 108 stellt die Grundlage für die Typengenehmigung von runderneuerten Pkw-Reifen dar, die bis zu einer Maximal-Geschwindigkeit von „Y” (300 km/h) fahren dürfen. Auch die Karkasse muss bestimmte Qualitätsansprüche erfüllen. Die Reifenlauffläche wird durch Schnelllauf-, Langlauf-, und Belastungstests überprüft.

Bei Lkw-Reifen kann bei Bedarf auch die Seitenwand neu belegt werden kann. Dies ist besonders im Stadtbusbereich sehr wichtig. Hier verwendet man eine sogenannte „Scheuerleiste”, eine verstärkte Seitenwand zum Schutz vor dem Abscheuern am Bordstein in den Haltebuchten. Denn die Seitenwände werden oft vor der Lauffläche „verschlissen”.

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