Illegale Altreifenentsorgung ist kein Kavaliersdelikt

Bonn, 24.10.2017      Es ist wieder soweit: Die Sommerreifen müssen runter, die Winterreifen montiert werden. Für so manchen Reifen hat das letzte Stündlein geschlagen und es bleibt nur noch die Entsorgung. Pro Reifen fallen bei Abgabe in der Kfz-Werkstatt oder der Kommune ca. drei bis vier Euro an. Für einige Autofahrer offensichtlich schon zu viel: Sie laden ihre Reifen kurzerhand in der Landschaft ab. Doch illegal entsorgte Altreifen belasten nicht nur die Umwelt, sondern auch die Haushaltskassen. Ihre Bergung und Entsorgung zahlt die Allgemeinheit und viele Gemeinden ächzen unter dieser finanziellen Last, die immer größer wird. Um dem entgegenzuwirken, werden mittlerweile hohe Bußgelder erhoben: Die illegale Altreifenentsorgung ist längst kein Kavaliersdelikt mehr …

Millionen von Altreifen müssen Jahr für Jahr entsorgt werden. In einer fast lückenlosen Verwertungskette kann jeder von ihnen einer neuen Bestimmung zugeführt werden: Runderneuerung, Export, stoffliche oder thermische Wiederverwertung garantieren, dass uns der Altreifenberg nicht über den Kopf wächst. Gäbe es diese verschiedenen Recycling-Methoden nicht, hätten wir ein ernstes Problem: Gummi verrottet nicht und ein Reifen überdauert mehrere Jahrhunderte. Doch die Voraussetzung für das fachgerechte Recycling ist die Übergabe der Altreifen in kompetente Entsorgerhände.

Das reine Gewissen ist nicht teuer
Einen Altreifen an den Reifenhändler abzugeben, der ihn an einen zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb weiterleitet, ist ausgesprochen preisgünstig. Vor allem im Vergleich zu dem Bußgeld, das droht, wenn man sich bei der illegalen Altreifenentsorgung erwischen lässt. Dann kann es richtig teuer werden. Der Grund: Die Kommunen müssen die Kosten, die für die Bergung und Entsorgung der Reifen anfallen, aus der eigenen Tasche bezahlen. Das bedeutet, dass letztlich jeder Steuerzahler für die Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit Einzelner zur Kasse gebeten wird. In manchen Gemeinden sind die sogenannten wilden Deponien, auf denen sich neben alten Autoreifen auch noch anderer Unrat türmt, zu einem echten wirtschaftlichen Problem geworden, der die notorisch klammen Haushalte belastet. Um dem entgegenzuwirken, werden mittlerweile empfindliche Bußgelder erhoben.

Die Bundesländer bitten zur Kasse
Die Höhe der Strafen ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Schon die illegale Entsorgung eines einzelnen Reifens kann mit bis zu 300 Euro zu Buche schlagen. Wer große Mengen von Altreifen ablädt, wird sogar mit Bußgeldern im vierstelligen Bereich zur Kasse gebeten. Richtig teuer ist die Umweltsünde in Niedersachsen: Dort zieht die Entsorgung von fünf Reifen unter Umständen bereits ein Bußgeld von 1.000 Euro nach sich. Aber auch in Sachsen, Bremen oder Rheinland-Pfalz hagelt es gesalzene Bußgelder. Werden illegal abgeladene Altreifen entdeckt, wird in der Regel sofort die Polizei eingeschaltet, die dann die Ermittlungen aufnimmt. Zeugenaussagen können genauso auf die Spur des Übeltäters führen wie Reifenabdrücke etc. Eigentlich gibt es keinen Grund, dieses Risiko einzugehen. Wer seinen Reifen beim Wechsel der Kfz-Werkstatt überlässt, ist auf der sicheren Seite.

Allerdings sollte man als Endverbraucher dafür Sorge tragen, dass es sich um einen seriösen Vertreter seiner Zunft handelt. Darüber gibt etwa die BRV-Zertifizierung Auskunft: Wer sie erhält, hat den Nachweis erbracht, dass er bei der Reifenentsorgung ganz im Sinne der Nachhaltigkeit agiert.

Über die Initiative ZARE

Die Initiative ZARE ist ein Zusammenschluss von 16 im Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) zertifizierten Altreifenentsorgern, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Bewusstsein für fachgerechtes Reifenrecycling in Deutschland zu stärken. Alle ZARE-Partner sind auch Mitglied im BRV. ZARE informiert den Autofahrer über die umweltgerechte Altreifenentsorgung. An 23 Standorten decken die ZARE-Partner Deutschland und die Niederlande nahezu flächendeckend ab.

Quelle:
Bußgeldkatalog 2017 – Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V.

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