Wohin mit den Altreifen?

Bonn, 12.09.2017      Reifenhändlern, Kfz-Werkstätten mit Reifenservice und Autohäusern steht mit der kommenden Reifensaison wieder eine arbeits-, aber auch ertragreiche Zeit bevor. Umweltschützer, Städte und Gemeinden sehen ihr hingegen mit wachsender Anspannung entgegen: Denn unzählige Altreifen werden dann wieder in Waldstücken, an Feldwegen, auf Parkplätzen und Flussläufen abgeladen. Berichte über solche illegalen Altreifenentsorgungen häufen sich. Es ist ein Ärgernis, das die Allgemeinheit mit ihren Steuergeldern teuer bezahlen muss, da die Umweltsünder meist unentdeckt bleiben. Es hilft nur, an das Verantwortungsbewusstsein der Betriebe zu appellieren: Sie sollten genau wissen, wem sie Ihre Altreifen anvertrauen. 

Rund 570.000 Tonnen Altreifen überschreiten jährlich ihr „Verfallsdatum“. Diese Zahl verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass jeder Reifen seinen Platz in der lückenlosen Verwertungskette findet. Es gibt verschiedene Methoden, einen Altreifen wiederzuverwenden: die Runderneuerung, den Export in Länder, in denen die vorherrschenden Straßenverhältnisse keine hohen Geschwindigkeiten erlauben und es keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe gibt, die thermische Verwertung oder aber die Verarbeitung zu Gummimehl oder -granulat, einem Rohstoff, der auf vielfältige Art und Weise Anwendung findet.

Wie erkennt man den seriösen Altreifenentsorger?
Voraussetzung dafür, dass jeder Altreifen seiner Bestimmung zugeführt wird, ist die kompetente Begutachtung durch einen Fachmann. Doch der muss den Reifen dazu erst einmal in die Hände bekommen. Seriöse Altreifenentsorger verfügen nicht nur über das Know-how, sondern auch über die zur Verwertung nötigen Anlagen und die entsprechenden geschäftlichen Kontakte. Darüber, ob ein Entsorgungsbetrieb das in ihn gesetzte Vertrauen verdient, geben zum Beispiel die Partnerschaft mit der Initiative ZARE sowie die dafür erforderliche Zertifizierung durch den Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e. V. (BRV) Aufschluss. Da gerade während der Reifenwechselsaisons im Frühjahr und Herbst viel zu tun ist, versuchen auch einige schwarze Schafe sich ihr Stück vom Kuchen zu sichern. Ihr Geschäftsmodell besteht darin, Altreifen in großen Mengen zu günstigen Konditionen abzunehmen und exportfähige Exemplare mit Gewinn weiterzuverkaufen. Den für sie wertlosen Rest laden sie kurzerhand illegal in der Landschaft ab. Die mitunter hohen Kosten für die Entsorgung trägt die Allgemeinheit, sofern der Umweltsünder nicht ermittelt werden kann, was erfahrungsgemäß jedoch nur selten gelingt. Dass die Länder diese illegalen Entsorgungen längst nicht mehr wie Kavaliersdelikte behandeln, zeigt ein Blick auf die erhobenen Bußgelder: In Niedersachsen schlägt die Entsorgung von fünf Reifen mit 5.000 Euro zu Buche. Die einzige Lösung: Man muss diesen schwarzen Schafen konsequent die Geschäftsgrundlage entziehen, indem man ihnen keine Reifen mehr anvertraut.

Information und Aufklärung
Daher ist es wichtig, dass sich sowohl Werkstätten, Reifenhändler und Autohäuser rechtzeitig auf die Suche nach einem vertrauenswürdigen Entsorger machen und sich genau informieren, wem Sie ihre Altreifen überantworten. Sie sollten sich unbedingt erkundigen, ob eine BRV-Zertifizierung vorliegt und ihre Altreifen nicht jedem übergeben, der mit einem Transporter vorfährt. Es gilt, Verantwortung zu übernehmen – für Umwelt und das Ansehen der Branche! – und auch auch Partner und Kunden über die Problematik aufzuklären. Die Initiative ZARE stellt dazu einen praktischen, handlichen  Flyer zur Verfügung, auf dem alles Wesentliche zum Thema kurz und prägnant zusammengefasst ist. Interessenten können ihn als PDF herunterladen oder per Fax gegen eine geringe Versandkostenpauschale bestellen.

Über die Initiative ZARE

Die Initiative ZARE ist ein Zusammenschluss von 16 im Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) zertifizierten Altreifenentsorgern, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Bewusstsein für fachgerechtes Reifenrecycling in Deutschland zu stärken. Alle ZARE-Partner sind auch Mitglied im BRV. ZARE informiert den Autofahrer über die umweltgerechte Altreifenentsorgung. An 23 Standorten decken die ZARE-Partner Deutschland und die Niederlande nahezu flächendeckend ab.

Die Partner der Initiative sind:

Allgemeine Gummiwertstoff und Reifenhandels GmbH, Bender Reifen Recycling GmbH, Containertransporte Wesseler GmbH, CVS Reifen GmbH, Danninger OHG Spezialtransporte, Hartung Speditions-, Handels- und Transport GmbH, HRV GmbH, KARGRO B.V., KURZ Karkassenhandel GmbH, Mülsener Rohstoff- und Handelsgesellschaft mbH, REG Reifen-Entsorgungsgesellschaft mbH, REIFEN DRAWS GmbH, Reifengruppe Ruhr / RGR, Reifen Günay GmbH, REIFEN OKA, Reifen Recyclingbetrieb Brenz GmbH

Quelle: Bußgeldkatalog 2017 – Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V.