Bonn, 29. September 2026. Mit dem Beginn der winterlichen Umrüstzeit wächst im Reifenhandel, in Kfz-Werkstätten, Autohäusern und Fuhrparks innerhalb kurzer Zeit das Aufkommen an Altreifen. Gerade in dieser Hochphase darf die sorgfältige Auswahl des Entsorgers nicht in den Hintergrund geraten. Die Initiative ZARE (Zertifizierte Altreifenentsorger) appelliert an die Betriebe, ausschließlich zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe zu beauftragen und transparente Nachweise über die Entsorgungs- und Verwertungswege einzufordern. Auch Kommunen, Städte und Landkreise sind gefordert: Bei der Ausschreibung von Transport und Verwertung sollten sie Anforderungen an Qualifikation, Nachweisführung und Verwertungswege von Anfang an klar festlegen. Dafür stellt ZARE eine praxisnahe Muster-Leistungsbeschreibung zur Verfügung.
Das Thema ist nicht neu, verliert aber nichts von seiner Bedeutung. Die Umrüstzeit macht besonders sichtbar, wie schnell sich große Mengen Altreifen ansammeln können. Sie enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gummi, Stahl und Textilfasern. Werden die Altreifen fachgerecht erfasst und sortiert, können geeignete Karkassen weiterverwendet oder runderneuert und andere Reifen hochwertigen Recycling- und Verwertungswegen zugeführt werden. Gelangen sie dagegen in undurchsichtige Stoffströme, gehen Rohstoffe verloren und die Risiken illegaler bzw. unsachgemäßer Lagerung oder nicht nachvollziehbarer Exporte ins außereuropäische Ausland steigen.
Umrüstzeit frühzeitig vorbereiten
Während der Umrüstzeit wechseln viele Autofahrerinnen und Autofahrer innerhalb weniger Wochen von Sommer- auf Winterreifen. Entsprechend steigt das Altreifenaufkommen. Wer erst reagiert, wenn Lagerflächen und Container gefüllt sind, gerät unter Zeitdruck. Abholungen, Lagerkapazitäten und die voraussichtlichen Mengen sollten deshalb frühzeitig mit einem zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb abgestimmt werden.
Auch in der Hochphase gilt: Schnelligkeit darf nicht zulasten der Qualität gehen. Ein verlässlicher Entsorgungspartner weist transparent nach, welche Mengen übernommen wurden und welchen weiteren Weg die Reifen nehmen. So bleibt die Entsorgung planbar und wertvolle Rohstoffe können gezielt den passenden Verwertungswegen zugeführt werden.
Verantwortung endet nicht mit der Abholung
Wer Altreifen erzeugt oder besitzt und einen Dritten mit der Entsorgung beauftragt, bleibt nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz mitverantwortlich, bis die Entsorgung ordnungsgemäß abgeschlossen ist. Für Reifenhandel, Kfz-Werkstätten, Autohäuser und Fuhrparks ist die Wahl des Entsorgungspartners nicht nur eine Preisfrage. Sie ist Teil der betrieblichen Sorgfaltspflicht.
„Gerade während der Umrüstzeit müssen Betriebe häufig schnell entscheiden. Ein günstiges Angebot allein sagt jedoch noch nichts darüber aus, wohin die Reifen gelangen. Deshalb sollten Verantwortliche rechtzeitig planen, Nachweise einfordern und auf nachvollziehbare Abläufe achten. Wer zertifiziert entsorgt, schützt nicht nur Umwelt und Ressourcen, sondern auch den eigenen Betrieb“, erklärt Anna-Maria Guth, Netzwerkkoordinatorin der Initiative ZARE.
Zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe müssen definierte Anforderungen an Organisation, Ausstattung, Fachkunde, Zuverlässigkeit, Dokumentation und Versicherungsschutz erfüllen. Die Einhaltung wird regelmäßig durch unabhängige Sachverständige überprüft. Auftraggeber sollten dabei nicht nur nach einem Zertifikat fragen, sondern auch prüfen, ob es für die angegebenen Standorte, Tätigkeiten und Abfallarten gültig ist. ZARE empfiehlt Auftraggebern daher, nicht nur nach einem Zertifikat zu fragen, sondern dessen Gültigkeit und Umfang zu checken.
Transparente Entsorgungswege schaffen dabei Sicherheit für alle Beteiligten. Der abgebende Betrieb kann nachvollziehen, wem er seine Reifen überlassen hat. Der Entsorger dokumentiert Annahme und Weitergabe. Verwerter erhalten besser definierte Materialströme. So wird aus einem alltäglichen Entsorgungsvorgang ein verlässlicher Teil der Reifen-Kreislaufwirtschaft.
Kommunen setzen Standards bereits in der Ausschreibung
Auch Kommunen, Städte und Landkreise stehen in der Verantwortung, wenn sie Transport und Verwertung von Altreifen und Gummiabfällen vergeben. Mit einer klaren Leistungsbeschreibung können sie bereits im Ausschreibungsverfahren die Grundlage für qualifizierte Auftragnehmer, nachvollziehbare Abläufe und eine hochwertige Verwertung schaffen. ZARE stellt dafür eine praxisnahe Muster-Leistungsbeschreibung zur Verfügung.
Werden Leistungen zu allgemein ausgeschrieben, bleiben wichtige Fragen offen: Wer darf die Reifen transportieren? Wohin werden sie gebracht? Wie wird die Verwertung dokumentiert? Und welche Nachweise muss der Auftragnehmer vorlegen? Klare Vorgaben schaffen Sicherheit und machen Angebote besser vergleichbar.
Die ZARE-Muster-Leistungsbeschreibung berücksichtigt unter anderem geeignete Containerlösungen, die Organisation des Transports, die fachgerechte und gesetzeskonforme Verwertung, die lückenlose Dokumentation der Entsorgungswege sowie den Einsatz qualifizierter und zertifizierter Unternehmen. Sie bildet damit den Weg von der Containerbereitstellung an Umladestationen oder Deponien bis zur Verwertungsanlage ab.
Praxishilfe für kommunale Vergabeverfahren
Die Vorlage ist an typischen Abläufen kommunaler Entsorgungsstrukturen ausgerichtet. Sie soll den Aufwand bei der Vorbereitung verringern und zugleich eine strukturierte Grundlage für die interne fachliche und vergaberechtliche Prüfung schaffen. Die Muster-Leistungsbeschreibung kann an das konkrete Vergabeverfahren und die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.
„Zertifizierte Entsorgung beginnt mit klaren Anforderungen. Mit der Muster-Leistungsbeschreibung geben wir Kommunen eine konkrete Arbeitshilfe an die Hand und appellieren, Qualifikation, Dokumentation und transparente Verwertungswege verbindlich in ihren Ausschreibungen zu verankern“, betont Guth.
Die Muster-Leistungsbeschreibung „Transport und Verwertung von Altreifen / Gummiabfällen“ steht auf der ZARE-Website kostenfrei zum Download bereit: https://zertifizierte-altreifenentsorger.de/muster-leistungsbeschreibung-fuer-eine-rechtssichere-vergabe-der-altreifenentsorgung/
Die ZARE-Partner in Ihrer Nähe finden Sie hier: https://zertifizierte-altreifenentsorger.de/partner/zare-in-ihrer-naehe/
Über die Initiative ZARE
Die Initiative ZARE ist ein Zusammenschluss von 17 im Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) organisierten Unternehmen. Die ZARE-Partner haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein für fachgerechtes Reifenrecycling in Deutschland zu stärken. ZARE informiert den Autofahrer über die umweltgerechte Altreifenentsorgung. An 27 Standorten decken die ZARE-Partner Deutschland und die Niederlande nahezu flächendeckend ab.
Die Partner der Initiative sind:
Bender Reifen Recycling GmbH, Containertransporte Wesseler GmbH, CVS Reifen GmbH, Danninger OHG Spezialtransporte, Erwin Welzenbach Spedition GmbH, G & K Recycling Utsch GmbH, Hartung Speditions-, Handels- und Transport GmbH, HRV GmbH, KARGRO B.V., KURZ Karkassenhandel GmbH, Mondo Reifenmarkt GmbH, MRH Mülsener Rohstoff- und Handelsgesellschaft mbH, Reifen DRAWS GmbH, Reifen Külshammer, Reifengruppe Ruhr, REIFEN OKA – Reifenhandel, TireRanger GmbH.
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Bildunterschrift 1: Während der Umrüstzeit steigt das Altreifenaufkommen in Reifenhandel, Kfz-Werkstätten, Autohäusern und Fuhrparks deutlich. Die Zusammenarbeit mit zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben sorgt für planbare und nachvollziehbare Entsorgungswege.
Quelle: KURZ Karkassenhandel GmbH
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Bildunterschrift 2: Klare Vorgaben für Containerbereitstellung, Transport und Verwertung schaffen nachvollziehbare Entsorgungswege für Altreifen. Die ZARE-Muster-Leistungsbeschreibung unterstützt Kommunen bei der Vorbereitung entsprechender Ausschreibungen.
Quelle: MRH Mülsen GmbH





