alte reifen entsorgen - Logo für ZARE | Die Initiative für Zertifizierte Altreifenentsorger

Die ZARE-Initiative fordert gesetzliche Regelung – 100.000 Tonnen Altreifen jährlich verschwinden aus dem Kreislauf

Bonn, 27. November 2025. In Deutschland fallen jährlich über eine halbe Million Tonnen Altreifen an. Doch jüngst veröffentlichten Zahlen des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (wdk) entgehen davon rund 100.000 Tonnen dem heimischen Recyclingsystem. Die Initiative ZARE (Zertifizierte Altreifen Entsorger) schlägt Alarm: Die fehlenden Mengen untergraben die Kreislaufwirtschaft massiv, mit gravierenden Folgen für Umwelt, Entsorgungsbranche und Recyclingwirtschaft. ZARE fordert daher eine gesetzliche Regelung zur Mengenerfassung und klare Verantwortlichkeiten für alle Beteiligten.

Verlorene Reifenmengen gefährden funktionierendes Recyclingsystem

Die Zahl ist alarmierend: Jeder fünfte Altreifen in Deutschland bleibt laut wdk außerhalb des offiziellen Recyclingsystems. Die betroffenen Mengen werden, obwohl es sich um Abfälle handelt, häufig als Gebrauchtreifen deklariert und ins Ausland verbracht. Eine Praxis, die mit echter Wiederverwertung wenig zu tun hat. ZARE-Partner berichten regelmäßig von solchen Vorgängen. Die fehlenden Reifenmengen fehlen nicht nur im Recyclingprozess, sie fördern auch illegale Entsorgungsstrukturen, die weder transparent noch kontrollierbar sind.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich: „Die Fehlmenge stellt eine erhebliche Bedrohung unseres Geschäfts dar“, erklärt Osman Dede, Betriebsleiter von CVS Reifen GmbH und Partner der Initiative ZARE. „Da sich unter den fehlenden Mengen oft Reifen befinden, die in gutem Zustand sind und verwertet werden könnten, steigt der Schrottanteil unter den verbliebenen Altreifen drastisch. Gleichzeitig sinken die Umsätze im legalen Exportgeschäft, was viele Unternehmen in Richtung der roten Zahlen drängt.“

Auch Danninger OHG Spezialtransporte, ein weiterer ZARE-Partner, beobachtet die Auswirkungen im operativen Alltag: „Wir spüren einen enormen Preisdruck, da viele Kunden auf vermeintlich günstigere, aber intransparente Entsorgungswege setzen. Nachhaltigkeit und ordnungsgemäße Verwertung bleiben dabei häufig auf der Strecke.“, so Geschäftsführer Reinhard Danninger sen.

Illegale Exporte und fehlende Nachweispflichten verschärfen das Problem

Die genannten Mengen gelangen auf oft dubiosen Wegen ins Ausland, ohne nachvollziehbare Dokumentation. Osman Dede berichtet: „Wildentsorger, die weder offizielle Rechnungen noch Zollanmeldungen oder Entsorgungsnachweise vorlegen, sammeln die besten Reifen direkt bei Autohäusern oder Kfz-Werkstätten ein. Sie lagern diese bis zur vollständigen Lkw-Ladung oder verbringen sie mit Kleintransportern ins europäische Ausland, meist völlig unkontrolliert. Das verursacht nicht nur hohe wirtschaftliche Schäden in der Entsorgungsbranche, sondern dem Staat auch Verluste durch nicht vereinnahmte Steuern.“

ZARE fordert Altreifenverordnung mit gesetzlicher Mengenerfassung

Um diese Missstände künftig zu verhindern, fordert ZARE seit über zwei Jahren eine bundesweite Altreifenverordnung, die klar regelt:

  • Wer Altreifen annehmen, sortieren und weitergeben darf,
  • wie die Mengen zu erfassen sind,
  • und wie Transparenz über die Verwertungswege hergestellt wird.

„Wir benötigen dringend eine einfache Mengenerfassung (ähnlich wie es andere europäische Länder auch regeln) aller an der Entsorgung beteiligten Akteure, in einem zentralen Melderegister“, so Reinhard Danninger sen. Auch Osman Dede betont: „Reifenentsorgung darf nur durch zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe erfolgen. Jeder Altreifen, der entsorgt wird, muss erfasst und den nachhaltigen Verwertungswegen zugeführt werden. Zertifizierte Altreifenentsorger leisten das bereits heute. Seit Jahren setzen wir uns gemeinsam mit der ZARE-Initiative dafür ein.“

Fachgerechte Entsorgung als Grundpfeiler der Kreislaufwirtschaft

ZARE appelliert an Verbraucher, Kfz-Werkstätten, Reifenhändler und Autohäuser, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden. Die Wahl des richtigen Entsorgungsweges entscheidet mit darüber, ob Reifen am Ende des Produktlebens umweltgerecht verwertet oder auf fragwürdigen Wegen ins Ausland verbracht werden. „Zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe garantieren eine transparente, dokumentierte und rechtssichere Weiterverarbeitung. Sei es durch Runderneuerung oder mechanisches Recycling“, betont Christina Guth, Netzwerkkoordinatorin der Initiative ZARE.

Gemeinsam für einen funktionierenden Reifen-Kreislauf

Eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft gelingt nur im Schulterschluss von Politik, Entsorgungsbranche und Industrie. ZARE unterstützt deshalb die Forderungen von AZuR und wdk nach einer klaren gesetzlichen Grundlage, die Reifenkreisläufe planbar und nachvollziehbar macht. „Nur wenn die Altreifenmengen erfasst und transparent gesteuert werden, können wir Abflüsse ins Ausland nachvollziehen, echte Recyclingprozesse stärken und wertvolle Sekundärrohstoffe in Europa halten“, so Guth weiter.

Weitere Informationen finden Sie unter:
Altreifenverwertung in Deutschland
Pressemitteilung vom wdk
Quelle: wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.

 

Über die Initiative ZARE
Die Initiative ZARE ist ein Zusammenschluss von 18 im Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) organisierten Unternehmen, davon 17 zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe. Die ZARE-Partner haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein für fachgerechtes Reifenrecycling in Deutschland zu stärken. ZARE informiert den Autofahrer über die umweltgerechte Altreifenentsorgung. An 29 Standorten decken die ZARE-Partner Deutschland und die Niederlande nahezu flächendeckend ab.

Die Partner der Initiative sind:
Allgemeine Gummiwertstoff und Reifenhandels GmbH, Bender Reifen Recycling GmbH, Containertransporte Wesseler GmbH, CVS Reifen GmbH, Danninger OHG Spezialtransporte, Erwin Welzenbach Spedition GmbH, G & K Recycling Utsch GmbH, Hartung Speditions-, Handels- und Transport GmbH, HRV GmbH, KARGRO B.V., KRAIBURG Austria GmbH & Co. KG, KURZ Karkassenhandel GmbH, Mondo Reifenmarkt GmbH, MRH Mülsener Rohstoff- und Handelsgesellschaft mbH, Reifen DRAWS GmbH, Reifen Külshammer, Reifengruppe Ruhr, REIFEN OKA – Reifenhandel

 

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Bild: Altreifenverwertung – Stand 2025

Bildunterschrift: Altreifenverwertung in Deutschland 2024: Rund 100.000 Tonnen Altreifen bleiben ohne nachvollziehbaren Verbleib – ein erheblicher Verlust für die heimische Kreislaufwirtschaft. Die Grafik des wdk verdeutlicht, wie wichtig eine transparente Mengenerfassung entlang der gesamten Entsorgungskette ist.

Bildquelle: wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.®

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