Reifen aus Löwenzahn

Reifen aus Löwenzahn

Löwenzahnwurzeln enthalten Kautschuk, genau wie die tropischen Kautschukbäume. Da Naturkautschuk immer noch für die Reifenherstellung unerlässlich ist, könnte die Gewinnung von Kautschuk aus Löwenzahn eine echte Alternative zum Import des Rohstoffes aus den Tropen sein.
Technologieunternehmen und Reifenhersteller Continental hat am 06.12.2018 feierlich sein Forschungs- und Versuchslabor „Taraxagum Lab“ eröffnet, in Anklam, Mecklenburg-Vorpommern. Taraxacum ist der lateinische Name für Löwenzahn, der in dem Labor gezüchtet und erforscht werden soll. Russischer Löwenzahn ist zwar kleiner als einheimischer, enthält aber mehr Kautschuk nämlich 15 Prozent. Erste Versuche haben gezeigt, dass sich der Löwenzahn-Kautschuk genauso gut zur Reifenherstellung eignet wie der aus Kautschukbäumen gewonnene. Allerdings muss die Pflanze erst für den Anbau gezüchtet werden, damit der Kautschukanteil konstant ist und die Pflanze wirtschaftlich angebaut werden kann. Auch der Extraktionsprozess muss noch erforscht und optimiert werden.
An dem Projekt sind noch weitere Forscher beteiligt: Das Fraunhofer Institut IME in Münster, das Julius Kühn-Institut in Quedlinburg sowie die Züchtungsexperten ESKUSA aus Parkstetten. Continental plant, den neuen Rohstoff binnen zehn Jahren in der Serienproduktion einzusetzen. Das erste Muster eines Premium-Winterreifens mit einem Laufstreifen aus reinem Löwenzahnkautschuk wurde schon 2014 auf die Straße gebracht. Auf der IAA 2016 wurde erstmals ein Lkw-Reifen mit einem Laufstreifen aus Taraxagum-Kautschuk vorgestellt.
Momentan werden die Wurzeln noch mit einer Möhrenerntemaschine geerntet. Langfristig müsste jedoch eine spezielle Erntemaschine entwickelt werden.

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Quelle: Die Presse
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