Altlasten aus der DDR belasten Umwelt

Altlasten aus der DDR belasten Umwelt

Über 1000 alte Reifen, rostige Fässer, Kanister und Felgen liegen verstreut in einem drei Meter tiefen Graben in einem Wald bei Schorba. Die Bezeichnungen „VEB Berliner Reifenwerk“ oder „Made in USSR“ sind teilweise noch zu erkennen. Vermutlich wurde im Leutratal schon seit den 1970er Jahren heimlich Müll entsorgt. Der Anwohner Lutz Müller (35) kämpft seit Jahren darum, dass die DDR-Altlasten endlich aus dem Wald verschwinden. Er hat den Bundestagsabgeordneten Gregor Gysi (70) angeschrieben und ihm von seinem vergeblichen Kampf um die Entsorgung berichtet. Gysi forderte per Brief seinen Parteifreund MP Bodo Ramelow (62) auf, die illegale Deponie endlich zu entfernen. Beim Rückbau der unmittelbar angrenzenden alten A-4-Trasse und beim Bau des Jagdbergtunnels hätte der Müll entsorgt werden müssen. Das Problem ist, dass die Reifen auf privaten Grundstücken der Gemeinde Bucha und des Bundesautobahnamtes liegen – niemand fühlt sich dafür zuständig. 2017 nahm das Landratsamt in Eisenberg Bodenproben und sprach im Gutachten von 7000 Kubikmetern Müll auf 3000 Quadratmetern Fläche, sah aber keinen akuten Handlungsbedarf. Es seien keine Grenzwerte überschritten worden, so die Begründung. Außerdem sei der Verursacher nach so langer Zeit nur noch schwer auszumachen. Umweltschützer vom NABU sehen das anders: Durch langsame chemische Zersetzungsprozesse können Gefahrenstoffe freigesetzt und Boden und Grundwasser schleichend vergiftet werden.

Quelle: bild.de