ZARE fordert gesetzliche Regelung: 100.000 Tonnen Altreifen jährlich außerhalb des Recyclingsystems

Reifendepot

Laut einer aktuellen Analyse des wdk (Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie) entgehen dem deutschen Recyclingsystem jährlich rund 100.000 Tonnen Altreifen. Diese werden – häufig als Gebrauchtreifen deklariert – auf intransparente Weise ins Ausland verbracht und stehen damit der Kreislaufwirtschaft nicht mehr zur Verfügung. Die Initiative ZARE fordert daher seit Langem eine gesetzliche Regelung zur Mengenerfassung und klare Zuständigkeiten für alle Beteiligten entlang der Entsorgungskette.

ZARE-Partner wie CVS Reifen und Danninger Spezialtransporte bestätigen die drastischen Auswirkungen auf die Branche. Osman Dede, Betriebsleiter der CVS Reifen GmbH, warnt: „Die Fehlmenge stellt eine erhebliche Bedrohung unseres Geschäfts dar. Der Schrottanteil steigt, während der legale Export sinkt – das bringt viele Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage.“ Auch Danninger kritisiert den zunehmenden Preisdruck durch nicht zertifizierte Entsorger und die Verlagerung in dubiose Kanäle ohne jegliche Nachweise oder Rückverfolgbarkeit.

ZARE fordert deshalb die Einführung einer bundesweiten Altreifenverordnung mit zentralem Melderegister und verpflichtenden Entsorgungsnachweisen – auch für Kfz-Werkstätten, Reifenhändler und Autohäuser. „Nur wenn Mengen erfasst und transparent gesteuert werden, können illegale Exporte gestoppt und echte Recyclingprozesse gestärkt werden“, so Netzwerkkoordinatorin Christina Guth.

Zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe garantieren bereits heute eine rechtskonforme und nachhaltige Verwertung. Doch um die Reifen-Kreislaufwirtschaft dauerhaft zu sichern, braucht es verbindliche politische Rahmenbedingungen.

Pressemitteilung wdk:
Quelle: wdk – Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V., Erhebung Altreifenaufkommen 2024
Bildquelle: AdobeStock_253770145_green

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