Altreifenlager im Westerwald: Bürgerinitiative in Dornburg fordert unabhängige Prüfung

Große Stapel von gebrauchten Autoreifen in einem Altreifenlager, die auf ihre Entsorgung warten.
Ein großes Altreifenlager in Dornburg-Thalheim sorgt für Diskussionen. Eine Bürgerinitiative fordert eine unabhängige Prüfung der Umwelt- und Sicherheitsrisiken, insbesondere im Hinblick auf Brandschutz und Gewässersc…

Im Westerwald sorgt aktuell ein großes Lager gebrauchter Reifen für Diskussionen: Auf einem Gewerbegrundstück am Ortsrand von Dornburg-Thalheim (Kreis Limburg-Weilburg) lagern nach Angaben von Anwohnern und Medienberichten mehrere Hunderttausend Altreifen. Der Bestand ist über Jahre kontinuierlich gewachsen. Aus dem angrenzenden Wohn- und Mischgebiet haben sich besorgte Nachbarinnen und Nachbarn inzwischen zur „Bürgerinitiative Dornburg – Umweltschutz & Sicherheit” zusammengeschlossen.

Die Initiative betont ausdrücklich, dass es ihr nicht um eine Vorverurteilung gehe, sondern um eine sachliche, transparente und unabhängige Prüfung möglicher Umwelt- und Sicherheitsrisiken durch die zuständigen Stellen. Im Mittelpunkt stehen vier Anliegen: der Brandschutz bei großen Reifenmengen, der Schutz von Boden und Grundwasser vor kontaminiertem Lösch- oder Oberflächenwasser, der Schutz der umliegenden Wohnbebauung und öffentlicher Wege sowie mehr Transparenz seitens der Behörden. Nach Darstellung der Anwohner seien frühere Anfragen und Beschwerden bei Gemeinde, Kreis und Regierungspräsidium bislang ohne belastbares Ergebnis geblieben.

Gebrauchte Reifen werden häufig gepresst, in Ballen verpackt und ins Ausland exportiert. Solange sie auf dem Betriebsgelände zwischengelagert werden, kommt es entscheidend auf Menge, Lagerbedingungen, Abstände, Zufahrten und Brandschutz an. Dass entsprechende Sorgen nicht unbegründet sind, zeigen die wiederkehrenden Brände in Reifenlagern der vergangenen Monate – etwa in Karlsruhe oder in Bayern. Solche Feuer sind nur schwer zu löschen, binden Einsatzkräfte über viele Stunden und gehen mit starker Rauchentwicklung sowie einem Risiko für Boden und Gewässer einher.

Für die Initiative ZARE – Zertifizierte Altreifenentsorger unterstreicht der Fall in Dornburg, wie wichtig verbindliche Standards und transparente Abläufe in der Altreifenwirtschaft sind. Altreifen sind ein Wertstoff, für den geordnete und zertifizierte Verwertungswege bestehen – von der mechanischen Wiederverwertung über die Runderneuerung bis zur mechanischen Weiterverarbeitung. Zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe unterliegen dabei klaren Anforderungen an Lagerung, Brandschutz und Mengenbegrenzung.

ZARE nimmt keine Bewertung des Einzelfalls vor – diese obliegt den zuständigen Behörden. Die Initiative wirbt jedoch dafür, dass große Reifenmengen von Anfang an über zertifizierte Wege in den Kreislauf zurückgeführt werden. So lassen sich Risiken für Anwohnerinnen, Anwohner und Umwelt vermeiden, bevor sie überhaupt entstehen.

Die Bürgerinitiative ist dabei auf Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen – jede sachliche Unterstützung hilft: Beobachtungen mit Datum und Ort dokumentieren, Bilder oder Hinweise geordnet bereitstellen, Nachbarn informieren und einladen sowie sachlich bleiben und keine unbelegten Behauptungen verbreiten. Wer mitwirken möchte, erreicht die Initiative unter info@buergerinitiative-dornburg.de.

Quellen: Bürgerinitiative Dornburg – Umweltschutz & Sicherheit (buergerinitiative-dornburg.de); Rhein-Zeitung / Rhein-Lahn-Zeitung https://buergerinitiative-dornburg.de/

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