Altreifen in der Landwirtschaft: Zertifizierte Entsorgung sichert Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Bonn, 24. Februar 2026. In landwirtschaftlichen Betrieben fallen regelmäßig Altreifen an – von großvolumigen Ackerschlepperreifen über Anhängerreifen bis hin zu Reifen, die über Jahre als Silage-Beschwerung genutzt wurden. Spätestens wenn Reifen ausgedient haben, stellt sich die Frage der richtigen Entsorgung. Entscheidend ist dabei: Nur wenn Altreifen an zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe übergeben oder von diesen abgeholt werden, ist eine nachhaltige und rechtssichere Verwertung gewährleistet.

Zertifizierte Entsorgung: Grundlage für funktionierende Kreislaufwirtschaft

Die Initiative ZARE steht für geprüfte Qualität und transparente Prozesse in der Altreifenentsorgung. Zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe stellen sicher, dass landwirtschaftliche Altreifen nicht unsachgemäß gelagert oder illegal entsorgt werden, sondern gezielt in hochwertige Verwertungswege gelangen. Für Landwirte bedeutet das: Rechtssicherheit, verlässliche Abholung oder Annahme der Altreifen und die Gewissheit, aktiv zum Umwelt- und Ressourcenschutz beizutragen.

Runderneuerung: Besonders sinnvoll bei Ackerschlepperreifen

Ein zentraler Baustein nachhaltiger Altreifenverwertung ist die Runderneuerung. Dabei wird bei geeigneten Reifen der abgefahrene Laufstreifen ersetzt, während die tragfähige Karkasse für ein weiteres Reifenleben genutzt wird. Bei landwirtschaftlichen Reifen ist die Runderneuerung jedoch nur eingeschränkt möglich. Vereinzelt eignen sich insbesondere großvolumige Ackerschlepperreifen für dieses Verfahren – vorausgesetzt, Zustand und Karkasse sind technisch geeignet. Gerade bei diesen großen Dimensionen lohnt sich die Runderneuerung ökologisch besonders:

  • hohe Material- und Kosteneinsparung
  • deutlich geringerer Rohstoff- und Energieeinsatz
  • CO₂-Reduktion von bis zu rund 50 % im Vergleich zur Neureifenherstellung

Damit leistet die Runderneuerung – wo technisch möglich – einen messbaren Beitrag zum Klimaschutzund verlängert die Nutzungsdauer hochwertiger Landwirtschaftsreifen.

Mechanisches Recycling und energetische Verwertung

Nicht jeder Reifen ist für eine Runderneuerung geeignet. In diesen Fällen sorgt das mechanische Recycling dafür, dass wertvolle Bestandteile wie Gummi und Stahl zurückgewonnen und erneut eingesetzt werden – beispielsweise im Straßenbau, in Fallschutzbelägen, Sportanlagen oder in technischen Gummiprodukten. Reifen aus der Silage-Beschwerung stellen dabei einen Sonderfall dar. Durch jahrelangen Einsatz im Freien sowie Verschmutzungen mit Erde, Steinen oder organischem Material sind sie in der Regel weder runderneuerungsfähig noch mechanisch hochwertig recycelbar. Häufig bleibt hier nur noch die energetische Verwertung. Gerade deshalb gilt: Je früher Reifen fachgerecht entsorgt werden, desto größer ist die Chance auf eine hochwertige mechanische Verwertung oder sogar Runderneuerung. Zertifizierte Entsorger prüfen jeden Reifen und entscheiden über den ökologisch und technisch sinnvollsten Verwertungsweg.

Landwirtschaftliche Altreifen richtig entsorgen

Auch Reifen aus der Silage-Beschwerung gelten nach ihrer Nutzung als Abfall und müssen fachgerecht entsorgt werden. Für Landwirte ist wichtig zu wissen: Nur die Übergabe an zertifizierte Entsorger stellt sicher, dass diese Reifen entsprechend ihrem Zustand bestmöglich verwertet werden.

Über die ZARE-Website können Landwirte unkompliziert Anfragen stellen, geeignete Entsorgungsfachbetriebe finden und Abholungen organisieren.

Reifen unsachgemäß entsorgen: Am Ende zahlt die Allgemeinheit

Um wilden Deponien vorzubeugen, über die sich gerade die Landwirte beklagen – denn ein achtlos weggeworfener Altreifen bekommt erfahrungsgemäß bald Gesellschaft von weiterem Müll, denn er senkt die Hemmschwelle bei anderen Verbrauchern – haben die Länder empfindliche Bußgelder verhängt. Für einen einzelnen illegal entsorgten Altreifen zahlt man je nach Bundesland bis zu 300 Euro. Und lädt man mehr als fünf Altreifen ab, muss man sich vielerorts auf einen vierstelligen Betrag einstellen. Besonders teuer zu stehen, kommt einen die Umweltsünde in Niedersachsen, wo man mit bis zu 1.000 Euro für bis zu fünf illegal entsorgten Reifen zur Kasse gebeten wird und darüber sogar bis zu 25.000 Euro entrichten muss. Eine Übersicht über die Bußgelder der einzelnen Bundesländer finden Sie hier.

Ob Ackerschlepperreifen oder Silage-Beschwerung: Jeder Altreifen ist ein Wertstoff. Voraussetzung für eine nachhaltige Verwertung ist die Entsorgung über zertifizierte Fachbetriebe. Landwirte, die diesen Weg wählen, leisten einen aktiven Beitrag zu Klimaschutz, Ressourceneffizienz und einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.

 

Über die Initiative ZARE
Die Initiative ZARE ist ein Zusammenschluss von 16 im Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) organisierten Unternehmen. Die ZARE-Partner haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein für fachgerechtes Reifenrecycling in Deutschland zu stärken. ZARE informiert den Autofahrer über die umweltgerechte Altreifenentsorgung. An 26 Standorten decken die ZARE-Partner Deutschland und die Niederlande nahezu flächendeckend ab.

Die Partner der Initiative sind:
Bender Reifen Recycling GmbH, Containertransporte Wesseler GmbH, CVS Reifen GmbH, Danninger OHG Spezialtransporte, Erwin Welzenbach Spedition GmbH, G & K Recycling Utsch GmbH, Hartung Speditions-, Handels- und Transport GmbH, HRV GmbH, KARGRO B.V., KURZ Karkassenhandel GmbH, Mondo Reifenmarkt GmbH, MRH Mülsener Rohstoff- und Handelsgesellschaft mbH, Reifen DRAWS GmbH, Reifen Külshammer, Reifengruppe Ruhr, REIFEN OKA – Reifenhandel

 

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Bild 1: Landwirtschaftsreifen 1

Bildunterschrift 1: Ausgediente Landwirtschaftsreifen müssen über zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe verwertet werden, um Umwelt- und Ressourcenschutz sicherzustellen.

Quelle: Initiative ZARE®

Bild 2: Landwirtschaftsreifen 2

Bildunterschrift 2: Runderneuerung und Recycling verlängern den Lebenszyklus von Landwirtschaftsreifen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Quelle: Initiative ZARE®

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