Illegale Altreifenentsorgung ist kein Kavaliersdelikt

Altreifenentsorgung beginnt bei jedem Einzelnen. Wer Autoreifen kauft oder besitzt, muss sich früher oder später mit der Frage auseinandersetzen, was er mit Ihnen macht, wenn Sie ausgetauscht werden müssen. Die nachfolgenden Möglichkeiten kommen in Betracht:

    1. Die Altreifen werden beim Reifenwechsel dem Händler oder der Kfz-Werkstatt zur Entsorgung überlassen. Dann sollten Sie sich vorher vergewissern, dass der Betrieb seriös entsorgt.
    2. Sie bringen die Altreifen zum Wertstoffhof Ihrer Stadt oder Gemeinde. Im schlimmsten Fall halten Sie das alles für zu aufwändig und schmeißen die Altreifen in den Wald.

Am Ende zahlt die Allgemeinheit

Es sollte klar sein, dass die dritte Alternative keine adäquate Lösung ist. Denn Altreifen verrotten nicht – ein herumliegender Reifen belastet die Umwelt also auf Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunde

rte. Die Kosten für die Entsorgung, die eigentlich die Aufgabe des Reifenbesitzers ist, werden mit solcher Achtlosigkeit an die Öffentlichkeit weitergereicht: Wilde Müllhalden müssen von der Stadt beseitigt werden, für die mitunter hohen Kosten für entsprechende Bergungsfahrzeuge und Arbeitskräfte kommt der Steuerzahler auf.

Empfindliche Geldstrafen für Umweltsünder

Um solchen wilden Deponien vorzubeugen – ein achtlos weggeworfener Altreifen bekommt erfahrungsgemäß bald Gesellschaft von weiterem Müll, denn er senkt die Hemmschwelle bei anderen Verbrauchern – haben die Länder empfindliche Bußgeldstrafen verhängt. Für einen einzelnen illegal entsorgten Altreifen zahlt man je nach Bundesland bis zu 300 Euro. Und lädt man mehr als fünf Altreifen ab, darf man sich vielerorts auf einen vierstelligen Betrag einstellen. Besonders teuer zu stehen kommt einen die Umweltsünde in Niedersachsen, wo man mit bis zu 1.000 Euro für bis zu fünf illegal entsorgter Reifen zur Kasse gebeten wird und darüber sogar bis zu 25.000 Euro entrichten muss. (Eine Übersicht über die Bußgelder der einzelnen Bundesländer finden Sie hier.) Eine richtige Maßnahme, die aber leider nur begrenzte Wirkung erzielt, denn die Wahrscheinlichkeit, gefasst zu werden, ist eher gering. Oft genug bleiben die Gemeinden auf den Kosten sitzen, während der Verantwortliche straffrei davonkommt.

Wenn Müllentsorgung zur Straftat wird

Besonders problematisch wird es, wenn für die illegale Müllentsorgung unbewohnte und unbeaufsichtigte Privatgelände missbraucht werden, denn hier haben die Städte keine Handhabe. So berichtete zum Beispiel die Mitteldeutsche Zeitung im vergangenen April von einem Fall in Zeitz (Sachsen-Anhalt), wo sich auf mehreren leerstehenden Privatgrundstücken der Müll türmt und Ratten eine neue Heimat gefunden haben. Hier wurden die Eigentümer aufgefordert, die Räumung zu veranlassen – woran sie selbst jedoch nur geringes Interesse haben. Ergebnis: Die Gemeinden gehen in Vorleistung und bleiben am Ende auf den Kosten sitzen. Wozu es führen kann zeigt der Fall aus Zeitz wegen der Ratten, die sich in unmittelbarer Nähe bewohnter Gegenden ungehindert vermehren können. Geht von einer wilden Deponie eine echte Gefahr aus – etwa, weil giftige Substanzen in den Boden sickern könnten oder durch leicht entzündliche Materialien ein Brand nicht ausgeschlossen werden kann – handelt es sich auch nicht mehr länger um eine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat, deren Klärung Aufgabe der Staatsanwaltschaft ist.

Klar ist: Illegale Altreifenentsorgung lohnt sich nicht! Die vermeintliche Bagatelle zieht so viele Probleme und Nachteile für Allgemeinheit und Umwelt nach sich, dass man sie nicht mit dem eigenen kurzfristigen Vorteil rechtfertigen kann. Altreifen gehören in die Hände von zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben, nicht in den Wald!

 

Quellen: Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V. – Bußgeldkatalog 2017
Quellen: Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung GmbH & Co. KG